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Entwicklung der Wale

Aus Wale.info

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Version vom 22. Oktober 2007, 00:06 Uhr

Die Entwicklungsgeschichte der Wale ist immer noch recht ungewiss. Modernen Wale entwickelten sich vor etwa 30–40 Millionen Jahren. Man geht heute jedoch davon aus, dass Wale von primitiven Huftieren des Eozäns abstammen. Als landlebende Vorfahren der Wale sind in den meisten Quellen die Mesonychiden genannt – Fleisch fressende Urhuftiere, die in ihrer Gestalt einem Wolf ähnelten. Neueste Erkenntnisse molekularbiologischer Untersuchungen an Gelenkknochen lassen allerdings vermuten, dass die Vorfahren der Wale nicht bei den Mesonychiden, sondern den Paarhufern (Artiodactyla) zu suchen sind. Die Vorfahren der Wale waren also Landtiere, die zur Jagd mehr und mehr die Küstengewässer, Flussmündungen und das Meer nutzten und sich dementsprechend immer weiter an das Element Wasser anpassten.

Evolution

Übersicht: Evolution Wale (Grafik: PNG, 1024×724 Pixel, 72 kB)

Die landlebenden Vorfahren der Wale nutzten zur Jagd vermutlich mehr und mehr die Küstengewässer, Flussmündungen und das Meer und passten sich dementsprechend immer weiter an das Element Wasser an. Als Anpassungen an das aquatile Leben sind unter anderem zu nennen:

  • Entwicklung eines stromlinienförmigen Körpers
  • Verlust des Haarkleides
  • Ausbildung des Blubbers
  • Umbildung der Vordergliedmaßen zu Flippern
  • Neubildung von Fluke und Finne
  • Rückbildung von Hintergliedmaßen und Beckengürtel
  • Verlängerung und Verbreiterung der Schnauze
  • Spezialisierung des Gebisses (homodonte Zähne bzw. Barten)
  • Verlagerung der Nasenöffnungen
  • Möglichkeit des aktiven Verschließens der Nasenlöcher
  • Vergrößerung der Niere zum Ausscheiden überschüssigen Salzes
  • Verbesserung der Sauerstoffbindung durch hohen Hämoglobingehalt im Blut (Verhinderung der Taucherkrankheit)
  • Möglichkeit, nicht lebensnotwendige Organe vom Blutkreislauf vorübergehend abzuklemmen und den Herzschlag zu verlangsamen

Urwale

Die Urwale (Archaeoceti/Archaeoceten) lebten vor etwa 50-20 Millionen Jahren und werden heute in die Familien Pakicetidae, Ambulocetidae, Remingtonocetidae, Protocetidae, Dorudontidae und Basilosauridae unterteilt. Diese Wale verfügen im Gegensatz zu den meisten heute lebenden Walen noch über ein heterodontes Gebiss und es ist deutlich die allmähliche Anpassung an die Körperform der modernen Wale zu erkennen.

Da ein Großteil der Fossilien der Urwale im heutigen Pakistan, Tunesien und Ägypten gefunden werden, nimmt man an, dass der indische Subkontinent die Geburtsstätte der Wale ist.

Archeoceti ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Urwale. Auch die mit der deutschen Endung versehene Form Archeoceten ist gebräuchlich. Für die Familien und Arten der Urwale gibt es keine Trivialnamen. Es werden sowohl in fachlichen als auch in sehr allgemeinen Texten die wissenschaftlichen Namen verwendet.