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San Ignacio und Mulegé

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(4. April, San Ignacio, Mulegé – Tag der Missionen)
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San Ignacio ist eine Oase im Landesinneren, etwa auf halbem Weg zwischen dem Golf von Kalifornien und dem Pazifik. Aufgrund der zentralen Lage zur Lagune San Ignacio sowie zur Sierra San Francisco nutzen Touristen diesen Ort gern als „Basiscamp“ und auch wir hatten hier vier Nächte verbracht. Die letzte Nacht war uns dann aber wohl doch ein wenig zu Kopf gestiegen – wir mussten ja unbedingt den Tequila probieren.
 
San Ignacio ist eine Oase im Landesinneren, etwa auf halbem Weg zwischen dem Golf von Kalifornien und dem Pazifik. Aufgrund der zentralen Lage zur Lagune San Ignacio sowie zur Sierra San Francisco nutzen Touristen diesen Ort gern als „Basiscamp“ und auch wir hatten hier vier Nächte verbracht. Die letzte Nacht war uns dann aber wohl doch ein wenig zu Kopf gestiegen – wir mussten ja unbedingt den Tequila probieren.
  
[[Bild:P1000661.JPG|right|thumb|Hotelbrunnen]]Zu siebent hatten wir am Abend zuvor die Hotelbar des La Pinta gestürmt. Rund ein Dutzend Sorten Tequila standen zur Auswahl. Welcher ist denn nun der beste? Der Hotelbesitzer war großzügig gestimmt und goss jedem von uns erst mal ein Gläschen zum Kosten ein. Ein Tequila names 1800 war unser eindeutiger Favorit. Den nehmen wir. Eine Runde für alle und für den Hotelbesitzer natürlich auch. Einer musste uns doch zeigen, wie man in Mexiko Tequila trinkt. Aha, man streut etwas Salz auf eine Limettenscheibe, kippt den Tequila hinter und den gesalzenen Saft der Limette hinterher. Na dann, Salud! Lecker, und jetzt? Auf einem Bein kann man ja bekanntlich nicht stehen und aller guten Dinge sind drei. Dann aber die Rechnung bitte, immerhin sollte es am nächsten Tag schon wieder früh losgehen. No, no, no. Da hatten wir die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht, denn der wollte uns auf drei Füßen nicht gehen lassen. Wenn dann schon auf allen Vieren. Naja, wenn's auf Kosten des Hauses geht, wollen wir mal nicht so sein.
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[[Bild:P1000661.JPG|right|thumb|Hotelbrunnen]]Zu siebt hatten wir am Abend zuvor die Hotelbar des La Pinta gestürmt. Rund ein Dutzend Sorten Tequila standen zur Auswahl. Welcher ist denn nun der beste? Der Hotelbesitzer war großzügig gestimmt und goss jedem von uns erst mal ein Gläschen zum Kosten ein. Ein Tequila names 1800 war unser eindeutiger Favorit. Den nehmen wir. Eine Runde für alle und für den Hotelbesitzer natürlich auch. Einer musste uns doch zeigen, wie man in Mexiko Tequila trinkt. Aha, man streut etwas Salz auf eine Limettenscheibe, kippt den Tequila hinter und den gesalzenen Saft der Limette hinterher. Na dann, Salud! Lecker, und jetzt? Auf einem Bein kann man ja bekanntlich nicht stehen und aller guten Dinge sind drei. Dann aber die Rechnung bitte, immerhin sollte es am nächsten Tag schon wieder früh losgehen. No, no, no. Da hatten wir die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht, denn der wollte uns auf drei Füßen nicht gehen lassen. Wenn dann schon auf allen Vieren. Naja, wenn's auf Kosten des Hauses geht, wollen wir mal nicht so sein.
  
 
[[Bild:1800.jpg|right|thumb| Tequila 1800]]Über Kopfschmerzen konnten wir am nächsten Morgen nicht klagen, war ein wirklich guter Tropfen. Trotzdem schien unser Körper mit dem Abbau des Alkohols so beschäftigt zu sein, dass er für den Rest der Reise mit der Verdauung nicht mehr so richtig mithalten konnte. Denn bei einigen Speisen hatte der Körper an sich schon alle Hände voll zu tun. Moctezumas Rache nennt man das, wenn die mexikanische Küche bei europäischen Touristen durchschlagende Erfolge feiert. Moctezuma II war übrigens zur Zeit der spanischen Eroberung Aztekenfürst und begrüßte die Männer von Hernán Cortez mit wertvollen Geschenken, nichtsahnend, dass die Goldgier der Spanier bald zum Untergang des Aztekenreichs führen sollte. Dafür, muss man sagen, ist seine Rache bei uns noch glimpflich abgelaufen.
 
[[Bild:1800.jpg|right|thumb| Tequila 1800]]Über Kopfschmerzen konnten wir am nächsten Morgen nicht klagen, war ein wirklich guter Tropfen. Trotzdem schien unser Körper mit dem Abbau des Alkohols so beschäftigt zu sein, dass er für den Rest der Reise mit der Verdauung nicht mehr so richtig mithalten konnte. Denn bei einigen Speisen hatte der Körper an sich schon alle Hände voll zu tun. Moctezumas Rache nennt man das, wenn die mexikanische Küche bei europäischen Touristen durchschlagende Erfolge feiert. Moctezuma II war übrigens zur Zeit der spanischen Eroberung Aztekenfürst und begrüßte die Männer von Hernán Cortez mit wertvollen Geschenken, nichtsahnend, dass die Goldgier der Spanier bald zum Untergang des Aztekenreichs führen sollte. Dafür, muss man sagen, ist seine Rache bei uns noch glimpflich abgelaufen.

Version vom 31. Dezember 2008, 14:05 Uhr

Baja California: San Ignacio, Mulegé – Tag der Missionen

4. April, San Ignacio, Mulegé – Tag der Missionen

San Ignacio ist eine Oase im Landesinneren, etwa auf halbem Weg zwischen dem Golf von Kalifornien und dem Pazifik. Aufgrund der zentralen Lage zur Lagune San Ignacio sowie zur Sierra San Francisco nutzen Touristen diesen Ort gern als „Basiscamp“ und auch wir hatten hier vier Nächte verbracht. Die letzte Nacht war uns dann aber wohl doch ein wenig zu Kopf gestiegen – wir mussten ja unbedingt den Tequila probieren.

Hotelbrunnen

Zu siebt hatten wir am Abend zuvor die Hotelbar des La Pinta gestürmt. Rund ein Dutzend Sorten Tequila standen zur Auswahl. Welcher ist denn nun der beste? Der Hotelbesitzer war großzügig gestimmt und goss jedem von uns erst mal ein Gläschen zum Kosten ein. Ein Tequila names 1800 war unser eindeutiger Favorit. Den nehmen wir. Eine Runde für alle und für den Hotelbesitzer natürlich auch. Einer musste uns doch zeigen, wie man in Mexiko Tequila trinkt. Aha, man streut etwas Salz auf eine Limettenscheibe, kippt den Tequila hinter und den gesalzenen Saft der Limette hinterher. Na dann, Salud! Lecker, und jetzt? Auf einem Bein kann man ja bekanntlich nicht stehen und aller guten Dinge sind drei. Dann aber die Rechnung bitte, immerhin sollte es am nächsten Tag schon wieder früh losgehen. No, no, no. Da hatten wir die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht, denn der wollte uns auf drei Füßen nicht gehen lassen. Wenn dann schon auf allen Vieren. Naja, wenn's auf Kosten des Hauses geht, wollen wir mal nicht so sein.

Tequila 1800

Über Kopfschmerzen konnten wir am nächsten Morgen nicht klagen, war ein wirklich guter Tropfen. Trotzdem schien unser Körper mit dem Abbau des Alkohols so beschäftigt zu sein, dass er für den Rest der Reise mit der Verdauung nicht mehr so richtig mithalten konnte. Denn bei einigen Speisen hatte der Körper an sich schon alle Hände voll zu tun. Moctezumas Rache nennt man das, wenn die mexikanische Küche bei europäischen Touristen durchschlagende Erfolge feiert. Moctezuma II war übrigens zur Zeit der spanischen Eroberung Aztekenfürst und begrüßte die Männer von Hernán Cortez mit wertvollen Geschenken, nichtsahnend, dass die Goldgier der Spanier bald zum Untergang des Aztekenreichs führen sollte. Dafür, muss man sagen, ist seine Rache bei uns noch glimpflich abgelaufen.

Die Eroberung von Baja California wurde hauptsächlich von Missionaren übernommen, primär von den Jesuiten. Sie gründeten Missionen und brachten den Indianern neben Religion und Landwirtschaft auch Krankheiten und Seuchen. Tausende von Todesfällen waren zu beklagen, die Zahl der Indianer schrumpfte dramatisch; Revolten blieben nicht aus. Trotzdem liefen einige Missionen sehr erfolgreich, so erfolgreich sogar, dass bald das Gerücht umging, die Jesuiten würden sich hinter dem Rücken der Spanischen Krone bereichern. Kurzerhand wurden die Jesuiten deshalb 1768 des Landes verwiesen. Nach einem kurzen aber erfolglosen Versuch der Franziskaner übernahmen ab 1773 die Dominikaner die Missionen in Baja California, auch die in San Ignacio.

Missionskirche

Unter den Dominikanern entstand 1786 die Missionskirche mit 1,2 m dicken Wänden aus Vulkangestein. Sie ersetzte die alte Kirche der Jesuiten, von denen die Mission 1728 gegründet worden war. Die Fassade der Kirche ist reich verziert. Neben der Tür links erkennt man das Wappen des Königshauses Kastillien Leon. Rechts ein Wappen, dass die alte und die neue Welt symbolisiert, flankiert durch die zwei Herkussäulen der Straße von Gibraltar. Die Kirche zählt zu den schönsten in ganz Baja California. Ebenfalls von kulturellem Interesse ist ein kleines Museum zur Indianerkultur sowie den Felsmalereien. Hier befindet sich außerdem das Büro des anthropologisch-historischen Instituts, das bei der Organisation von Touren in die Sierra San Francisco behilflich ist.

Tres Virgenes

Die Berge, zu denen wir uns heute aufmachen wollten, waren der Vulkankomplex Tres Virgenes mit den drei Vulkanen El Viejo, El Azufre und El Virgen. Aufzeichnungen des jesuitischen Missionars Ferdinand Konščak zufolge soll der letzte Ausbruch von El Virgen, dem jüngsten der drei Vulkane, im Jahre 1746 gewesen sein. Erste Elefantenbäumen waren inzwischen eifrig dabei, sich die Flächen wieder zu erobern, und auch wir unternahmen einen kleinen Spaziergang auf den Lavafeldern.

Aber weiter zur nächsten Mission in Mulegé. Der Ort selbst ist ein verträumtes Städtchen, zwar ein beliebtes Ferienziel für nordamerikanische Angler und Wassersportler, jedoch keinesfalls überlaufen. Den Amerikanern steckt wohl noch der Schreck aus dem Amerikanisch-Mexikanischen Krieg (1846-1848) in den Gliedern. Anglo-amerikanische Einwanderer lehnten sich damals gegen den mexikanischen Staat auf. Die Vereinigten Staaten unterstützten diese Aufstände und beanspruchten mexikanische Gebiete für sich. Doch beim Versuch, Mulegé zu erobern, scheiterten sie und wurden in die Flucht geschlagen. Seitdem darf sich der Ort offiziell Heróico Mulegé (heldenhaftes Mulegé) nennen.

Fregattvögel

Malerisch oberhalb des Ortes gelegen, steht die Mission Santa Rosalía. 1705 wurde sie von den Jesuiten gegründet. Vom Aussichtspunkt hinter der Kirche hat man einen herrlichen Blick über die Oase am Fluss Río de Santa Rosalía, der die Region mit Wasser versorgt. Für einen Schluck Süßwasser aus dem Fluss sind auch Fregattvögel dankbar. Mit geöffnetem Schnabel fliegen sie dicht über der Wasseroberfläche, immer bedacht, dass sie sich beim Saufen nicht das Gefieder nass machen.