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Atlantischer Nordkaper

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Der Atlantische Nordkaper war die erste Walart, die kommerzielle gejagt wurde. Es gibt Hinweise der kommerziellen Nutzung aus dem 11. Jahrhundert aus dem Baskenland. Da diese Art in den Wintermonaten auch im Golf von Biskaya vorkam, wurde sie früher auch „Biskayawal“ genannt. Der Walfang dehnte sich bald weltweit aus und vom 17. bis 19 Jahrhundert war der Nordkaper eine der am meisten bejagten Walarten. Mit etwa 300 Individuen ist er heute wohl seltenste Wal und darf seit 1946 nicht mehr gejagt werden.
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Der Atlantische Nordkaper war die erste Walart, die kommerziell gejagt wurde. Es gibt Hinweise der kommerziellen Nutzung aus dem 11. Jahrhundert aus dem Baskenland. In den Wintermonaten hielten sich Atlantische Nordkaper unter anderem im Golf von Biskaya auf, so wurde diese Walart früher auch „Biskayawal“ genannt. Der Walfang dehnte sich bald weltweit aus - vom 17. bis 19. Jahrhundert war der Nordkaper eine der am meisten bejagten Walarten. Mit etwa 300 Individuen ist er heute wohl seltenste Wal und darf seit 1946 nicht mehr gejagt werden.
  
 
Aufgrund der geringen Anzahl an Sichtungen geht man davon aus, dass sich der Bestand des Atlantische Nordkapers in den letzten Jahren nicht erholen konnte. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich das Fehlen von für die Fortpflanzung geeigneten küstennahen Gewässern.
 
Aufgrund der geringen Anzahl an Sichtungen geht man davon aus, dass sich der Bestand des Atlantische Nordkapers in den letzten Jahren nicht erholen konnte. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich das Fehlen von für die Fortpflanzung geeigneten küstennahen Gewässern.
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Auf Wale.info werden drei Arten der Gattung ''Eubalaena'' unterschieden. In vielen Quellen gelten diese drei jedoch nur als Populationen der Art ''E. glacialis''. Inzwischen von den meisten Wissenschaftlern anerkannt ist eine Unterscheidung von zwei Arten, ''E. glacialis'' und ''E. australis''. Ergebnisse von DNA-Analysen machten aber eine Aufteilung des Nordkapers in zwei Arten notwendig, es müssten also drei Arten unterschieden werden.
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Auf Wale.info werden drei Arten der Gattung ''Eubalaena'' unterschieden. In vielen Quellen gelten diese drei jedoch nur als Populationen der Art ''E. glacialis''. Inzwischen von den meisten Wissenschaftlern anerkannt ist eine Unterscheidung von zwei Arten, ''E. glacialis'' und ''E. australis''. Ergebnisse von DNA-Analysen machten aber eine Aufteilung des Nordkapers in zwei Arten notwendig, was für eine Unterteilung in drei Arten spricht.
  
 
Siehe auch: [[Sprachliche Aspekte]] – Warum Atlantischer Nordkaper und nicht einfach nur Glattwal?
 
Siehe auch: [[Sprachliche Aspekte]] – Warum Atlantischer Nordkaper und nicht einfach nur Glattwal?

Aktuelle Version vom 6. November 2007, 14:29 Uhr

Systematik: WaleBartenwaleGlattwaleAtlantischer Nordkaper

Atlantischer Nordkaper
Atlantischer Nordkaper (Eubalaena glacialis)
Daten
Größe: 11 – 18 Meter
Gewicht: 30 – 80 Tonnen
Nahrung: Ruderfußkrebse und Leuchtkrebse
Vorkommen: Nordatlantik
Bestand: stark gefährdet

Der Atlantischer Nordkaper (Eubalaena glacialis) ist ein 11 bis 18 Meter langer Glattwal, der im Nordatlantik vorkommt.

Aussehen

Der Atlantische Nordkaper hat eine braune bis blauschwarze Färbung. Besonders auffällig sind die individuellen hornigen Hautwucherungen oder Schwielen, wobei die auf der Schnauzenspitze befindliche Kappe oder Mütze ein typisches Merkmal für die Gattung Eubalaena ist. Nach den Damenhauben des 18. Jahrhunderts wird diese besonders auffällige Wucherung auch Bonnet genannt. Die Wucherungen sind mit parasitisch lebenden Walläusen bedeckt und werden bei männlichen Tieren und mit zunehmenden Alter größer. Da die Schwielen schon bei Kälbern auftreten, geht man von einem genetischen Ursprung aus.

Die Flipper sind groß und paddelförmig und setzen kurz hinter dem Mundwinkel an. Eine Finne fehlt komplett. Die Fluke wird sehr breit und kann bis zu 40 % der Tierlänge betragen.

Der Atlantische Nordkaper hat einen großen und massigen Kopf, der mehr als ein Viertel der Körperlänge ausmacht. Der Oberkiefer und die Mundspalte sind stark gebogen. Die Augen stehen leicht vor und befinden sich oberhalb des Mundwinkels.

Der Blubber ist mit bis zu 36 Zentimeter sehr dick und macht ca. 40 % des Gesamtgewicht aus.

Verhalten

Atlantischer Nordkaper

Nordkaper nehmen ihre Nahrung auf, in dem sie mit geöffneten Maul dicht unter der Wasseroberfläche durch Schwärme von Zooplankton schwimmen und aufgenommenes Wasser durch die Barten wieder aus dem Maul drücken. Oft heben sie dazu die Spitze des Unterkiefers aus dem Wasser, weshalb diese Art der Nahrungsaufnahme auch als „Schöpffiltern“ bezeichnet wird. Die Schwimmgeschwindigkeit bei der Nahrungsaufnahme liegt bei etwa 5,6 km/h. Befindet sich das Plankton in tieferen Wasserschichten, werden auch Tauchgänge von 1 bis 7 (maximal 22) Minuten unternommen. Nach Schätzungen benötigt ein ausgewachsenes Tier täglich 1.500 bis 2.000 Kilogramm Nahrung.

Die Nahrung des Nordkapers ähnelt sehr der des Seiwals. Möglicherweise sind beide Arten Nahrungskonkurrenten, was in einigen Gebieten die Erholung der Bestände erschwert.

Mutter mit Kalb

Männchen werden mit einer Länge von 14 bis 14,5 Metern geschlechtsreif. Die Hoden erwachsener Männchen sind sowohl in Relation zur Größe als auch absolut gesehen die größten aller Walarten und wiegen jeweils über eine halbe Tonne. Die Paarung finden im Winter bis zum Frühjahr statt. Dabei paart sich ein Männchen wahrscheinlich mit mehreren Weibchen. Die Tragzeit liegt vermutlich bei 10 bis 12 Monaten. Neugeborene sind zwischen 4 und 6 Meter lang und werden 6 bis 7 Monate (nach anderen Angaben auch länger) gesäugt.

Einziger natürlicher Feind der Nordkaper ist der Schwertwal. Allerdings kommen Angriffe wohl nur sehr selten vor und sind oft nicht von Erfolg geprägt.

Nordkaper kommen meist einzeln oder in Gruppen von 2 bis 5 Tieren vor. Es wurden jedoch auch schon Gruppen von 30 Tieren beobachtet. Sie sind langsame Schwimmer und erreichen maximale Geschwindigkeiten von lediglich 5,6 bis 7,4 km/h.

Bedrohung

Der Atlantische Nordkaper war die erste Walart, die kommerziell gejagt wurde. Es gibt Hinweise der kommerziellen Nutzung aus dem 11. Jahrhundert aus dem Baskenland. In den Wintermonaten hielten sich Atlantische Nordkaper unter anderem im Golf von Biskaya auf, so wurde diese Walart früher auch „Biskayawal“ genannt. Der Walfang dehnte sich bald weltweit aus - vom 17. bis 19. Jahrhundert war der Nordkaper eine der am meisten bejagten Walarten. Mit etwa 300 Individuen ist er heute wohl seltenste Wal und darf seit 1946 nicht mehr gejagt werden.

Aufgrund der geringen Anzahl an Sichtungen geht man davon aus, dass sich der Bestand des Atlantische Nordkapers in den letzten Jahren nicht erholen konnte. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich das Fehlen von für die Fortpflanzung geeigneten küstennahen Gewässern.

Besonderheiten

Auf Wale.info werden drei Arten der Gattung Eubalaena unterschieden. In vielen Quellen gelten diese drei jedoch nur als Populationen der Art E. glacialis. Inzwischen von den meisten Wissenschaftlern anerkannt ist eine Unterscheidung von zwei Arten, E. glacialis und E. australis. Ergebnisse von DNA-Analysen machten aber eine Aufteilung des Nordkapers in zwei Arten notwendig, was für eine Unterteilung in drei Arten spricht.

Siehe auch: Sprachliche Aspekte – Warum Atlantischer Nordkaper und nicht einfach nur Glattwal?

Benennung

  • Deutsche Namen: Atlantischer Nordkaper, Nordatlantischer Glattwal, Nordkaper, Glattwal, Nordkapwal, Nordwal, Biscayerwal
  • Englische Namen: North Atlantic right whale, northern right whale, Byscayan right whale, right whale, black right whale
  • Wissenschaftlicher Name: Eubalaena glacialis

Quellen