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Ankunft in Mexiko

Aus Wale.info

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(29. März, Willkommen in Mexiko – hier hat alles seine Ordnung)
(29. März, Willkommen in Mexiko – hier hat alles seine Ordnung)
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== 29. März, Willkommen in Mexiko – hier hat alles seine Ordnung ==
 
== 29. März, Willkommen in Mexiko – hier hat alles seine Ordnung ==
  
Sechs Uhr, Mexiko-Stadt, die Frisur… - Oh Gott, reden wir nicht drüber. Immerhin waren wir schon seit 20 Stunden unterwegs und hatten noch zwei Stunden Flug vor uns. Und wer hat sich bitte schön ausgedacht, uns davor noch 4 ½ Stunden Aufenthalt in Mexiko-Stadt aufzubrummen? Nun ja, im Nachhinein kann man sagen: kluge Menschen.
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Sechs Uhr, Mexiko-Stadt, die Frisur… - Oh Gott, reden wir nicht drüber. Immerhin waren wir schon seit 20 Stunden unterwegs und mussten noch ein Stück weiter. Und wer hat sich bitte schön ausgedacht, uns davor noch 4 ½ Stunden Aufenthalt in Mexiko-Stadt aufzubrummen? Nun ja, im Nachhinein kann man sagen: gut, dass uns diese Zeit zur Verfügung stand, sonst hätten wir den Anschlussflieger vielleicht verpasst.
  
Schon an der Passkontrolle wartete eine unglaubliche Menschenmenge. Jeder Pass und jedes Einreisedokument wurde ausführlich geprüft, so war die erste Stunde hier schon herum.
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Schon an der Passkontrolle wartete eine unglaubliche Menschenmenge. Jeder Pass und jedes Einreisedokument wurde genauestens geprüft, so war die erste Stunde hier schon herum.
  
Dann zum Gepäck. Vorsichtshalber hatten wir unsere Taschen in Berlin extra nur bis Mexiko-Stadt aufgegeben; Orte mit dem Namen La Paz gibt es schließlich überall, und man weiß ja nie. Aber was jetzt? Kein Gepäck auf den Rollbändern? Sollten es unsere Taschen nicht mal bis hierher geschafft haben? In der langen Zeit von der Ankunft bis zur Gepäckausgabe müsste doch langsam mal alles angekommen sein!? War es auch. Nur hatten die Flughafenmitarbeiter inzwischen alles von den Bändern genommen und irgendwo irgendwie zusammengestellt. Also, Halali zum fröhlichen Suchen! Und da schwarz eine beliebte Farbe für Reisegepäck ist, konnten wir so gleich noch ein bisschen Zeit überbrücken.
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Dann zum Gepäck. Vorsichtshalber hatten wir unsere Taschen in Berlin extra nur bis Mexiko-Stadt aufgegeben; Orte mit dem Namen La Paz gibt es schließlich viele, und man weiß ja nie - am Ende wäre unser Gepäck noch in Bolivien gelandet. Doch was jetzt? Kein Gepäck auf den Rollbändern. In der langen Zeit von der Ankunft bis zur Gepäckausgabe müsste doch langsam mal alles angekommen sein!? Unruhe stieg in uns auf. Sollten es unsere Taschen nicht mal bis hierher geschafft haben? Schon auf der Suche nach Service-Personal, um unseren Verlust zu melden, bemerkten wir plötzlich einige Flughafenmitarbeiter, die alles ankommende Gepäck eifrig von den Bändern nahmen und wahllos in irgendwelchen Ecken zusammenstellten. Da muss doch auch unser Gepäck irgendwo zu finden sein. Also, Halali zum fröhlichen Suchen! Und da schwarz eine beliebte Farbe für Reisegepäck ist, nahm die Suche auch einige Zeit in Anspruch.
  
Der Spaß ging weiter an der Zollkontrolle. Stopp. Stehen bleiben, hier darf jeder nur einzeln weiter. Hinten wühlten die Zollbeamten schon im Gepäck anderer Touristen.  
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Der Spaß ging weiter an der Zollkontrolle. Stopp. Stehen bleiben, hier darf jeder nur einzeln weiter. Hinten wühlten die Zollbeamten schon im Gepäck anderer Touristen. Zunächst wurden wir zu einem kleinen Schalter geschickt, der etwas verloren mitten in der Zollhalle stand.
 
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„Gehen Sie bitte zum Schalter,“ wurden wir aufgefordert. Welcher Schalter? Ach da! Mitten in der Zollhalle stand etwas verloren ein kleiner Schalter, den wir zuvor gar nicht gesehen hatten.
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„Drücken Sie den Knopf,“ meinte die Frau am Schalter freundlich.
 
„Drücken Sie den Knopf,“ meinte die Frau am Schalter freundlich.
Knopf drücken? Wir zögerten. Hatten wir sie falsch verstanden? Gut, den Knopf gab es ja wirklich. Nur warum sollten wir den drücken? Ist das etwa ein hypermodernes System, das den Fingerabdruck speichert und dann anhand molekularbiologischer Untersuchungen blitzschnell erkennt, ob jemand etwas zu verbergen hat? Zögerlich, drückten wir also den Knopf. Ein grünes Licht leuchtete auf.
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Knopf drücken? Wir zögerten. Hatten wir sie falsch verstanden? Gut, einen Knopf gab es da ja wirklich. Nur warum sollten wir den drücken? 'Muss wohl ein hypermodernes System sein, das den Fingerabdruck speichert und dann anhand molekularbiologischer Untersuchungen blitzschnell erkennt, ob jemand etwas zu verbergen hat,' schoss es uns durch den Kopf. Zögerlich, drückten wir also - ein grünes Licht leuchtete auf.
  
 
„Danke, Sie dürfen weitergehen.“
 
„Danke, Sie dürfen weitergehen.“
  
Im gleichen Moment war ein Durchwühlplatz freigeworden. Also steuerten wir darauf zu. 'Komische Methode, die Leute hinzuhalten,' dachten wir noch. Doch der Zollbeamte hatten gar kein Interesse an unserem Gepäck. Nein, nein, wir dürfen gehen, bestätigte er uns. Hatten die wirklich am Fingerabdruck erkannt, dass wir ehrliche Leute sind? Wir waren beeindruckt. Erst später verstanden wir, dass dies einfach das mexikanische Zufallsprinzip war.
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Im gleichen Moment war ein Durchwühlplatz freigeworden. 'Komische Methode, die Leute hinzuhalten,' dachten wir als wir auf den Zollbeamten zusteuerten, um unsere daheim so ordentlich eingepackte Kleidung ein bisschen durcheinander bringen zu lassen. Aber der Zollbeamte hatte gar kein Interesse an unserem Gepäck. Nein, nein, wir dürften weitergehen, bestätigte er uns. Hatten die wirklich am Fingerabdruck erkannt, dass wir ehrliche Leute sind? Wir waren beeindruckt. Erst später ging uns ein Licht auf: der ominöse Schalter mit Knopf war einfach nur ein Zufallsgenerator.
  
[[Bild:P1000822.JPG|right|thumb|Schwimmwesten? Fehlanzeige :-/]]So viel Zeit hatten wir nun gar nicht mehr. Darum machten wir uns auch bald auf den Weg zum Terminal 2, wo wir noch für unseren Flug nach La Paz einchecken mussten. Nicht ganz sicher, ob wir uns wirklich im richtigen Bereich befanden, fragten wir an einem freien Schalter zwei Damen vom Bodenpersonal, die offenbar nichts zu tun hatten. Ja, das sei schon der richtige Bereich, wir sollten uns aber bitte in der Schlange anstellen und warten bis wir aufgerufen werden. Alles gut und schön, bloß – eine Schlange gab es nicht. Man kommt sich schon ein bisschen blöd vor, wenn man zurückgeschickt wird, brav im Zick-Zack um die Absperrungen wieder bis zum Anfang der vermeintlichen Schlange läuft, um dann von der gleichen Dame an den Schalter gerufen zu werden…
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[[Bild:P1000822.JPG|right|thumb|Schwimmwesten? Fehlanzeige :-/]]So viel Zeit hatten wir nun gar nicht mehr. Darum machten wir uns auch bald auf den Weg zum Terminal 2, wo wir noch für unseren Flug nach La Paz einchecken mussten. Nicht ganz sicher, ob wir uns wirklich im richtigen Bereich befanden, fragten wir an einem freien Schalter zwei Damen vom Bodenpersonal, die offenbar nichts zu tun hatten. Ja, das sei schon der richtige Bereich, wir sollten uns doch aber bitte in der Schlange anstellen und warten bis wir aufgerufen werden. Also gingen wir zurück, um uns hinten anzustellen, bloß – eine Schlange gab es gar nicht; da war niemand! Wir kamen uns schon ein wenig blöd vor, als wir mit all unserem Gepäck brav im Zick-Zack um die Absperrungen wieder bis zum Anfang der vermeintlichen Schlange kurvten, um dann von der gleichen Dame grinsend an den Schalter gerufen wurden…
  
Ein Wunder eigentlich, dass wir unseren Flieger nach La Paz trotz alledem pünktlich erreichten und zwischendurch sogar noch Zeit für einen kleinen Snack und Schaufensterbummeln blieb. Nun noch einmal zwei Stunden Flug, bevor der Urlaub richtig beginnen konnte. Die Sicherheitsmaßnahmen hörten wir mittlerweile schon zum dritten Mal und konnten beinahe mitsprechen. Aber halt, fehlte da nicht etwas? Wir fliegen gleich über den Golf von Kalifornien – kein Wort von Schwimmwesten? Ein Blick auf die Sicherheitshinweise offenbarte: „Wenn es Schwimmwesten an Bord gibt, wird Sie das Bordpersonal darüber informieren.“ Und es hatte uns nicht informiert…
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Ein Wunder eigentlich, dass wir unseren Flieger nach La Paz trotz alledem pünktlich erreichten und zwischendurch sogar noch Zeit für einen kleinen Snack hatten. Nun noch einmal zwei Stunden Flug, bevor der Urlaub richtig beginnen konnte. Die Sicherheitsmaßnahmen hörten wir mittlerweile schon zum dritten Mal und konnten beinahe mitsprechen. Am Ende der Durchsage schauten wir deshalb erschrocken auf: Fehlte da nicht etwas? Wir fliegen gleich über den Golf von Kalifornien – kein Wort von Schwimmwesten? Ein Blick auf die Sicherheitshinweise offenbarte: „Wenn es Schwimmwesten an Bord gibt, wird Sie das Bordpersonal darüber informieren.“ Und es hatte uns nicht informiert…

Version vom 31. Dezember 2008, 11:33 Uhr

Baja California: Ankunft in Mexiko

29. März, Willkommen in Mexiko – hier hat alles seine Ordnung

Sechs Uhr, Mexiko-Stadt, die Frisur… - Oh Gott, reden wir nicht drüber. Immerhin waren wir schon seit 20 Stunden unterwegs und mussten noch ein Stück weiter. Und wer hat sich bitte schön ausgedacht, uns davor noch 4 ½ Stunden Aufenthalt in Mexiko-Stadt aufzubrummen? Nun ja, im Nachhinein kann man sagen: gut, dass uns diese Zeit zur Verfügung stand, sonst hätten wir den Anschlussflieger vielleicht verpasst.

Schon an der Passkontrolle wartete eine unglaubliche Menschenmenge. Jeder Pass und jedes Einreisedokument wurde genauestens geprüft, so war die erste Stunde hier schon herum.

Dann zum Gepäck. Vorsichtshalber hatten wir unsere Taschen in Berlin extra nur bis Mexiko-Stadt aufgegeben; Orte mit dem Namen La Paz gibt es schließlich viele, und man weiß ja nie - am Ende wäre unser Gepäck noch in Bolivien gelandet. Doch was jetzt? Kein Gepäck auf den Rollbändern. In der langen Zeit von der Ankunft bis zur Gepäckausgabe müsste doch langsam mal alles angekommen sein!? Unruhe stieg in uns auf. Sollten es unsere Taschen nicht mal bis hierher geschafft haben? Schon auf der Suche nach Service-Personal, um unseren Verlust zu melden, bemerkten wir plötzlich einige Flughafenmitarbeiter, die alles ankommende Gepäck eifrig von den Bändern nahmen und wahllos in irgendwelchen Ecken zusammenstellten. Da muss doch auch unser Gepäck irgendwo zu finden sein. Also, Halali zum fröhlichen Suchen! Und da schwarz eine beliebte Farbe für Reisegepäck ist, nahm die Suche auch einige Zeit in Anspruch.

Der Spaß ging weiter an der Zollkontrolle. Stopp. Stehen bleiben, hier darf jeder nur einzeln weiter. Hinten wühlten die Zollbeamten schon im Gepäck anderer Touristen. Zunächst wurden wir zu einem kleinen Schalter geschickt, der etwas verloren mitten in der Zollhalle stand.

„Drücken Sie den Knopf,“ meinte die Frau am Schalter freundlich. Knopf drücken? Wir zögerten. Hatten wir sie falsch verstanden? Gut, einen Knopf gab es da ja wirklich. Nur warum sollten wir den drücken? 'Muss wohl ein hypermodernes System sein, das den Fingerabdruck speichert und dann anhand molekularbiologischer Untersuchungen blitzschnell erkennt, ob jemand etwas zu verbergen hat,' schoss es uns durch den Kopf. Zögerlich, drückten wir also - ein grünes Licht leuchtete auf.

„Danke, Sie dürfen weitergehen.“

Im gleichen Moment war ein Durchwühlplatz freigeworden. 'Komische Methode, die Leute hinzuhalten,' dachten wir als wir auf den Zollbeamten zusteuerten, um unsere daheim so ordentlich eingepackte Kleidung ein bisschen durcheinander bringen zu lassen. Aber der Zollbeamte hatte gar kein Interesse an unserem Gepäck. Nein, nein, wir dürften weitergehen, bestätigte er uns. Hatten die wirklich am Fingerabdruck erkannt, dass wir ehrliche Leute sind? Wir waren beeindruckt. Erst später ging uns ein Licht auf: der ominöse Schalter mit Knopf war einfach nur ein Zufallsgenerator.

Schwimmwesten? Fehlanzeige :-/

So viel Zeit hatten wir nun gar nicht mehr. Darum machten wir uns auch bald auf den Weg zum Terminal 2, wo wir noch für unseren Flug nach La Paz einchecken mussten. Nicht ganz sicher, ob wir uns wirklich im richtigen Bereich befanden, fragten wir an einem freien Schalter zwei Damen vom Bodenpersonal, die offenbar nichts zu tun hatten. Ja, das sei schon der richtige Bereich, wir sollten uns doch aber bitte in der Schlange anstellen und warten bis wir aufgerufen werden. Also gingen wir zurück, um uns hinten anzustellen, bloß – eine Schlange gab es gar nicht; da war niemand! Wir kamen uns schon ein wenig blöd vor, als wir mit all unserem Gepäck brav im Zick-Zack um die Absperrungen wieder bis zum Anfang der vermeintlichen Schlange kurvten, um dann von der gleichen Dame grinsend an den Schalter gerufen wurden…

Ein Wunder eigentlich, dass wir unseren Flieger nach La Paz trotz alledem pünktlich erreichten und zwischendurch sogar noch Zeit für einen kleinen Snack hatten. Nun noch einmal zwei Stunden Flug, bevor der Urlaub richtig beginnen konnte. Die Sicherheitsmaßnahmen hörten wir mittlerweile schon zum dritten Mal und konnten beinahe mitsprechen. Am Ende der Durchsage schauten wir deshalb erschrocken auf: Fehlte da nicht etwas? Wir fliegen gleich über den Golf von Kalifornien – kein Wort von Schwimmwesten? Ein Blick auf die Sicherheitshinweise offenbarte: „Wenn es Schwimmwesten an Bord gibt, wird Sie das Bordpersonal darüber informieren.“ Und es hatte uns nicht informiert…